Vorsätze durchhalten – das ist immer das große Thema zu Silvester und Neujahr. Darum geht es in dieser Episode. Warum manche Vorsätze einfach nur eine Ausrede sind und wie du einen Vorsatz durchhalten kannst – nicht nur zu Neujahr.

Was ich ganz persönlich von Neujahrsvorsätzen halte, kannst du dir vielleicht schon denken, wenn du meinen Podcast verfolgst.

Hast du einen Vorsatz gefasst? Und wie läuft es mit der Umsetzung? Ich bin neugierig. Schreib mir einfach.

Shownotes:

Transkript:

Wir haben 6:45 Uhr, das ist doch ziemlich früh. Ich hoffe, ich bin nicht allzu verpennt, aber ich bin schon ein bisschen länger wach. Na gut. Warum 6:45 Uhr?

Zum einen ist es – glaub ich – eine gute Frage und es ist so ein Vorsatz von früher von mir, dass ich ja eigentlich früh aufstehen könnte. Und lieber Podacast-Hörer, du hörst hier eine Facebook Live Aufnahme und deshalb kannst du auch nicht sehen, wie ich hier aktuell noch mit dem Kaffee kämpfe. Aber das ist alles vollkommen in Ordnung, schönen guten Morgen also, Ihr alle, auch liebe Podcast-Hörer. Das ist eine neue Episode von Just Markus und es geht um Neujahrsvorsätze.

Und da es um (Neujahrs-)vorsätze, also auch um Vorsätze im Allgemeinen geht, da gibt es keine bessere Zeit. Silvester ist übermorgen. Und was will ich dir dazu sagen und was will ich euch heute mitteilen.

Sinnvolle Vorsätze – gibt es die überhaupt?

Punkt 1: Es gibt sinnvolle Vorsätze. Sinnvoll deswegen, weil es dir oder mir ein echtes Bedürfnis ist, diesen Vorsatz zu bringen, weil man motiviert ist.

Ich sitze übrigens hier Zuhause auf meiner Fensterbank und finde es echt gemütlich. Es ist halt ein bisschen dunkel draußen. Aber naja.

… weil man echt motiviert ist, diesen Vorsatz umzusetzen, weil irgendwas in einem dich antreibt, diesen Vorsatz an den Start zu kriegen und loszulegen. Und das ist die sinnvolle Art von Vorsätzen aus meiner Sicht.

Und es gibt – nennen wir es Ausreden. Nein, ICH nenne es in dem Fall Ausreden. Das sind Sachen, weil man es eben so macht. Weil irgendwer gesagt hat, dass man das machen soll und weil es sich gut anfühlt zu sagen, dass man es macht. Zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören. Das ist ja ein immer gerne genommener Neujahrsvorsatz, der aus meiner Sicht – im Grunde ist es eine Ausrede. Ich komme gleich nochmal darauf zurück, warum.

Warum es aber vor allem auch aus meiner Sicht ein schlechter Vorsatz ist, das liegt primär daran, dass – das wissen wir alle – am 5. Januar ist der Vorsatz meistens schon Vergangenheit und es bleibt so ein schlechtes Gefühl übrig. Oder man hört auf, wenn es schwer wird, wenn man sich zu Neujahr vornimmt nicht mehr zu rauchen, ist das leicht von 0 Uhr – wobei, da wird es schon schwer nach dem Sekt und vielleicht einem leckeren Bier dabei. Aber so von 2 bis 12 Uhr ist es einfach, weil man da pennt. Aber danach könnte es dann schon wieder schwierig werden. Und danach fühlst du dich vielleicht scheiße, weil du es gemacht, aber nicht geschafft hast.

Das ist im Grunde ja auch klar, das hat etwas mit Zielvereinbarung sich selbst gegenüber zu tun und mit Konkretisieren von Zielen und zu vielen Zielen. Es gibt aber da deutlich mehr Leute, die auch da interessante und wichtige Informationen zu liefern.

Vorsatz oder Ausrede

Wo ist jetzt der Unterschied zwischen den beiden? Und kann ich das so einfach unterscheiden? Ja, ich denke schon. Und zwar ist das eine Mal, wenn du das doch so doll möchtest, diesen Vorsatz, den du dir zu Neujahr vornimmst, warum beginnst du dann nicht jetzt? Jetzt haben wir 6:49 Uhr, dann kannst du genau jetzt anfangen, den Vorsatz umzusetzen.

Wenn er dir echt wichtig ist, dann kannst du jetzt, Donnerstag, 6:49 Uhr anfangen, ihn umzusetzen. Weil wenn es in der brennt – auch so ein Klugscheißerwort -, wenn es in dir brennt, warum willst du dann noch drei Tage warten, um damit anzufangen? Dann müsstest du es doch im Grunde kaum erwarten können, jetzt damit zu beginnen. Und dann ist auch genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um zum Beispiel nicht mehr zu rauchen. Dann ist es keine Ausrede mehr, dann ist es ein Vorsatz, dann brennt der in dir, dann willst du das jetzt machen – und dann mach das jetzt auch!

Wenn du das jetzt nicht machen möchtest, dann ist das auch okay. Wenn du sagst: Nee, ich mache das lieber erst am Samstag …” Ja, genau, Tobias. Lieber Podcast-Hörer, ich freue mich, dass Tobias live dabei ist. Er stimmt mir zu und er hat auch vollkommen recht, er sagt: “Man sollte mit dem Vorsatz nicht auf Neujahr warten, denn Neujahr ist eine Ausrede.” Und genau darum geht es.

Verschieben ist okay

Es ist okay, wenn du sagst: “Ich will das vielleicht verschieben.” Aber dann verschiebe es auch wirklich, bzw. sag doch einfach: “Nee, ich will überhaupt nicht, ich bin im Moment nicht soweit, ich habe da keinen Bock drauf.” Was auch immer du für einen Grund hast, um den Vorsatz nicht zum Vorsatz werden zu lassen und in die Umsetzung zu kommen.

Dann sei aber auch bitte so ehrlich und sage: “Nö! Das mache ich nicht.” Weil, das Selbstbetrug ist. Genau das ist es, was Tobias schreibt. Eine Ausrede, weil es vielleicht nicht so dringend ist, weil du dich schlecht fühlen wirst. Vielleicht möchtest du auch einfach nicht beginnen, weil du nicht genau weißt, ob du es hinbekommst. Weil das Nichthinbekommen einen negativen Beigeschmack hat, weil es eine Enttäuschung ist. Und weil das für die Selbstmotivation und das Selbstwertgefühl nicht wirklich gut ist. Das ist in Ordnung. Aber dann nimm es dir nicht vor und erzähle es dir nicht.

Weil es nämlich gar nicht dein Ziel ist. Nicht mehr rauchen, nicht mehr trinken, diese ganzen Laster – weniger essen. Das ist für mich auch so ein Ding. Mehr Sport machen. Wenn du das willst, also Sport machen, das ist ein schönes Beispiel, dann geh doch jetzt um 6:49 Uhr ins Studio – das geht bei manchen – oder geh raus, geh 12 Minuten spazieren, also mach es heute. Mach jetzt vier Liegestütze, oder sieben. Wie viele du eben schaffst. Und morgen machst du acht.

Da sind wir beim Thema Mikroroutinen. Auch ein spannendes Thema, das ich irgendwann mal als Episode mache – oder auch nicht, das nehme ich mir jetzt vor. 🙂

Vorsätze durchhalten

Du kannst also jetzt was machen. Und wenn du jetzt anfängst, dann bist du motiviert und dann ist es dir echt wichtig. Und dann kannst du außerdem auch am Samstag, wenn die Leute sagen: “Was nimmst du dir denn vor fürs neue Jahr?” Dann kannst du sagen: “Ich nehme mir nichts vor, ich bin schon mittendrin.”

Und jetzt? Wie gesagt, fang jetzt an, denn das ist auch eine coole Sache für die Party, auf die du am Samstag gehen wirst, die Silvesterparty. Denn wie geil ist das denn – auch so ein Satz, den ich total gerne sage -, wenn du auf die Frage nach deinem Ziel, nach deinem Neujahrsvorsatz sagen kannst: “Ich habe kein Ziel, denn morgen bin ich schon seit drei Tagen dabei, das zu schaffen. Ich habe mir was vorgenommen und mache das immer dann, wenn ich es für richtig halte.”

Das finde ich, ist ein starker Satz. Weil er auch stark ist und genau das tut, was ich in dem Zusammenhang meine. Er sagt nämlich: Nein, ich setze mir meine Ziele nicht nach einer Uhrzeit, einer Jahreszeit, einem Tag oder was auch immer, sondern ich beginne dann, wenn ich es für richtig halte, wenn es in mir – lieber Podcasthörer, ich ringe nach Worten, gucke bedeutsam in die Höhe und überlege, was ich sagen könnte – wenn es reif ist. Warum? Weil ich’s drauf hab, weil ich’s kann und weil ich schon dabei bin.

Oder? Nimm dir kein Ziel für Neujahr. Auf der anderen Seite, wenn du sagst: Nein, ich bin nicht sicher, ob das ein gutes Ziel ist, ich weiß nicht, ob ich das wirklich möchte…

Ich mache, was ich will

Denn es ist ja auch cool auf der gleichen Party, von der wir eben gesprochen haben, zu sagen: “Ich brauche keinen Vorsatz, ich mache schon, was ich will.”

Und das ist eigentlich der allercoolste Satz: “Ich mache schon, was ich will! Und wann ich das will. Und dafür brauche ich auch keinen Zeitpunkt.”

Oder du lässt ein bisschen die Hose runter und sagst einen echt starken Satz in die Richtung: “Nein, ich habe echt keinen Bock von mir selbst oder von sonstwem enttäuscht zu werden. Ich beginne mit den Sachen, wenn ich Bock drauf hab und im Moment habe ich keinen Bock drauf. Deswegen weiß ich, dass ich es nicht schaffen werde, weil es mir nicht wichtig genug ist.”

Und das ist ja auch in Ordnung, jeder kann ja für sich entscheiden, wie wichtig einem irgendwas ist. Für mich ist das motivierend und befreiend.

Neujahrsvorsätze sind Bullshit

Das war im Grunde das, was ich zum Thema Neujahrsvorsätze loswerden wollte. Ich glaube nämlich, dass Neujahrsvorsätze Bullshit sind. Das ist ein Ding, das mich schon relativ lange begleitet. Dass ich keine Neujahrsvorsätze mache, weil ich glaube, dass das zum Scheitern verurteilt ist. Und ich möchte dich einladen, wenn du wirklich was ändern möchtest – denn wer weiß, just in case, wie Alexander Hartmann im coolen Interview gesagt hat – just in case, wir haben nur einen Versuch, dann ist es vielleicht keine schlechte Idee was zu ändern.

Just in case. Wir haben alle nur ein Leben oder einen Versuch. Dann ist es ja nicht so richtig sinnvoll, das auf in drei Tagen aufzuschieben, wenn irgendwas echt in dir brennt. Zum Beispiel ein sportliches Ziel zu erreichen. Da kannst du jetzt damit anfangen.

Ich werde jetzt gleich keine vier Liegestütze machen, denn ich war gestern Abend … Nein. Ich wollte gestern Abend, aber ich habe es nicht gemacht. Ich glaube, wir haben Bares für Rares geguckt. Das war auch cool, aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte, die ich irgendwann einmal erzählen … Nein, das interessiert keinen. Oder? Da müssten wir mal eine Abstimmung machen.

Hauptsache Bock drauf

Lange Rede, kurzer Sinn, ich möchte das jetzt nicht weiter verbessern. Wenn du Bock auf etwas hast und es wichtig ist und für dich einen Vorsatz wert ist: Jetzt – lass mich auf die Uhr gucken, wie lange habe ich gequatscht? 11 Minuten erst, da müsst ihr noch 19 Minuten zuhören.

Wie gesagt: Hast du ein fettes Ziel, irgendwas, das dich wirklich mitreißt, dann fang doch einfach jetzt an. Jetzt! 6:59 Uhr! Und wenn du sagst: “Nein, dieses Ziel ist nichts, was mich wirklich mitreißt.” Dann mach dir auch nicht selbst den Druck und setz dir für Samstag irgendein sinnloses oder sinnvolles Ziel wie mit dem Rauchen aufhören oder gesünder zu leben – was immer das auch heißen möchte – hau einfach rein.

Das war meine Idee zum Thema Neujahrsvorsätze.

Mach DEIN Ding, das fände ich echt cool. Das war der Markus.

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