Willst du nicht mehr warten, dass du endlich das tun kannst, was du möchtest? In dieser Episode erzähle ich dir, wie mich ein scheinbar alltägliches Erlebnis dazu inspiriert hat, mir Gedanken übers Erwachsenwerden zu machen. Wann bist du eigentlich erwachsen? Und was tust du, wenn du endlich erwachsen bist? Oder anders gefragt: Hast du das, was du dir vorgenommen hast, wahr gemacht? Wenn ich groß bin, dann will ich … Ja, was eigentlich?

Hör mal rein und erzähle mir dann, ob du das auch so siehst und erlebst. Oder willst du am Ende gar nicht erwachsen werden? Musst du auch nicht. Und genau darum geht es in dieser Episode.

Shownotes:

Transkript:

Hola. 34. Es ist die 34. Episode. Ich glaube, beim letzten Mal habe ich 32 gesagt, jetzt ist es 34 und deswegen möchte ich mich korrigieren. Korrigieren ist gut, korrigieren ist eine erwachsene Sache. Eine echt erwachsene, reife Sache, die man macht, wenn man erwachsen ist. Wenn man groß ist.

Echt erwachsenes Verhalten

Und außerdem gehört es dazu, wenn man groß ist, sich zu entschuldigen. Ich entschuldige mich, dass ich beim letzten Mal gesagt habe, diese Episode sei die Supergroby-Episode. Wäre es auch gewesen, wenn ich nicht mitgerissen worden wäre von einer Geschichte, die mich zwingt … Nein, sie zwingt mich nicht, ich habe mich entschieden, ich kann das nämlich mit Wahl und so … habe ich dir was anderes zu berichten, und zwar eine Sache, die mich total inspiriert hat.

Mein Sohn ist aktuell zu Besuch bei uns hier auf der Insel und er hat mir eine Geschichte erzählt, die mich dazu veranlasst hat, die Episode vorzuziehen. Ich hatte schon lange eine Episode im Kopf, in der es ums Erwachsensein geht. Ums Großsein. Ich weiß nicht, erinnerst du dich, als du früher drei oder vier warst, wie cool das war? Was du alles tun hättest wollen, wenn du erwachsen, wenn du “groß” bist. Aber lass mich kurz zu der Geschichte kommen.

Mein Sohn ist also bei uns zu Besuch, er ist mit dem Flieger rübergekommen. Und um mit dem Flieger rüberzukommen, musste er zum Flughafen mit der Bahn. Mein Sohn ist fast 20. Und er sitzt so in der Bahn rum und hat sein Handgepäck dabei und er berichtet mir, wie so ein ganz junger … ein Junge halt, wie alt wird er gewesen sein? 13 oder 14? Es sagt Folgendes: Er nimmt seinen Koffer und zieht ihn an sich ran – der Sohn – und da sagt der Junge: “Sie können den Koffer ruhig hier liegenlassen.”

Plötzlich groß

Sie! Ja, das war das erste Mal, dass Chris in so einer Situation gesiezt wurde. Und dann kommt man sich schon komisch vor. Ist das der Moment, wo man “groß” ist? Oder ist es der Moment, dass ich als Papa dann jetzt groß bin, weil ich einen Sohn habe, der auch gesiezt wird? Oder war ich schon groß, als ich den Führerschein machen durfte. Vielleicht war ich auch schon groß, als ich pubertieren durfte. Oder als ich wählen durfte. Vielleicht bin ich aber auch erst groß, wenn ich Großvater bin?

Wann bist du groß? Wann hast du angefangen, groß zu sein? Oder wartest du noch darauf, groß zu sein? Ich will auf Folgendes hinaus: Wenn wir immer wieder warten, bis irgendwas passiert – ja, das Thema hatten wir schon, aber es ist mir sehr wichtig – bis man groß ist, bis man erwachsen ist, was bedeutet … Vielleicht ist Erwachsensein, dass ich jetzt darüber nachdenken kann, dass ich eine Versorgungsvollmacht und das Ding mit dem Stromabdrehen, wenn es geistig so gar nicht mehr hinhaut? Vorsorgevollmacht und – wie heißt das andere Ding? Hab ich vergessen. Jedenfalls habe ich die Formulare und die habe ich schon lange, weil ich ja groß bin. Und um die drücke ich mich jedenfalls rum. Ist aber eine ganz andere Geschichte, die ich in einer ganz anderen Episode auch nicht erzählen möchte.

Nicht mehr warten

Auf was ich hinaus möchte, ist: Wenn wir immer wieder warten, bis wir erwachsen sind, und uns die Ziele und die Dinge garnicht zeitlich festlegen … Also wenn wir sagen, wir machen das und das, wenn das und das passiert ist, und das und das – das zweite das und das – nicht wirklich an eine nachweisbare Größe heften oder daran festmachen … Zum Beispiel: Ich bin groß, wenn ich 39 bin. Dann bin ich groß und dann bin ich erwachsen und dann mache ich, was ich möchte. Und das bedeutet, dass das, was ich möchte, dann auch …, weil keiner weiß, was ich möchte … Ihr merkt, wir drehen uns ein bisschen im Kreis.

Was ich möchte, ist, dass du mal jetzt – egal wo du bist, ich denke, du hast ein bisschen Zeit, darüber nachzudenken – mal bei dir zurückgehst, als du Kind warst, was du alles tun wolltest, wenn du groß bist. Erwachsen. Groß.

Da wollte ich glücklich werden. Ich wollte so leben, wie es mir gefällt. Wenn ich groß bin. Vielleicht werde ich groß, wenn ich Großvater bin. Das habe ich eben schonmal gesagt.

Wann bist du groß? Wann tust du genau das, was du möchtest?

Auch wenn du groß und erwachsen bist? Oder ist es bei dir eher, wenn du in Rente bist? Oder wenn du endlich 10 Kilo abgenommen hast? Oder vielleicht, wenn du endlich deinen neuen Partner gefunden hast? Oder wenn du den Kurs gemacht hast? Oder wenn … ich spreche erst mit den Leuten hier in Spanien, wenn ich Spanisch kann. Ist auch Schwachsinn.

Wie war das als Kind?

Lass uns einfach mal kurz drüber nachdenken, wie das als Kind war. Da hatte ich tatsächlich ein paar Sachen, die ich machen wollte, wenn ich groß bin. Und ich meine, mich zu erinnern, das war in die Stadt gehen, Bier trinken und Autofahren. Und danach wollte ich eigentlich nicht mehr groß sein.

Also lass uns noch einmal kurz drüber nachdenken. Denk du noch einmal kurz darüber nach: Was tust du, wenn du erwachsen bist.

Das ist blöd. Oder? Erwachsen. Was tue ich dann?

Okay, lass uns jetzt aufhören, jetzt habe ich die Stimmung genug runtergezogen. Ich wollte nur darauf hinaus, dass es natürlich vollkommener Schwachsinn ist. Du kannst genau jetzt rechts ranfahren, aufstehen und du bist groß. Es gibt keinen Grund auf irgendwas zu warten, damit man das tun kann, wo man Bock drauf hat. Und hätte ich ein Buch darüber geschrieben, wäre es ein kurzes Buch geworden. Mach halt das, wo du Bock drauf hast. Mach DEIN Ding!

Ein Denkanstoß

Wenn ich dir den ein oder anderen Denkanstoß gegeben habe und du dir einfach mal überlegst: Okay, …

Vielleicht kann ich dir mit etwas helfen, das ich gelesen habe in einem echt guten Buch. Das hat mit dem friedlichen Krieger zu tun. Da komme ich vielleicht irgendwann mal dazu …

Du hast eine tödliche Krankheit. Und diese Krankheit heißt Tod, weil sie ist nicht heilbar. Wenn du dir das vorstellst und das zusammen mit dem Erwachsenseinschwachsinn und dem Großseinschwachsinn, und klar, das geht nicht jeden Tag. Aber lass es mal einfach wirken. Frag dich, wann du groß bist. Und dann machst du DEIN Ding. Das ist bei mir auch nicht immer 100%ig so, aber ich versuche jeden Tag genau das immer im Kopf zu haben: das mit der tödlichen Krankheit, die Tod heißt, und dass ich erwachsen bin. Ich kann machen, was ich möchte. Solange ich keinem anderen damit schade und das in mein Konzept und meinen Kopf so reinpasst.

Das ist aber noch eine ganz andere Geschichte, die ich euch vielleicht erzähle, nachdem ich euch erzählt habe von dem Supergrobyding, das dann wahrscheinlich in der nächsten Episode drankommt. Das war die Episode 34. Wenn du Zeit und Bock hast und erwachsen genus bist, dann gib mir doch ein Feedback oder vielleicht magst du auch einfach mal auf den Link klicken, das 90-Tage-Journal, das es bald online geben wird. Das hat nämlich auch etwas mit Erwachsensein zu tun und damit zu merken, wie bescheuert es ist, auf irgendwas zu warten. Und auch mal Danke zu sagen. Dir selber Danke zu sagen.

Danke sagen

Ich sage jetzt Danke, dass du das gehört hast, dass du deine Zeit investiert hast, um mein Gelaber zu hören. Da freue ich mich drüber und ich hoffe, dass ich dir ein bisschen was an Zeit mitgeben konnte, um committed auf den Weg zu gehen, erwachsen zu werden. Ich arbeite noch dran.

Aber was ich noch sagen wollte: Am Ende ist das Komische an der Sache, dass, wenn du mal deine Oma fragst oder dich in sie hineinversetzt oder dich einfach in dich hineinversetzt … Ich bin echt der Meinung, ich bin noch exakt so wie ich war, als ich 12 war. Und das ist schon ein paar Minuten her. Und das ist merkwürdig. Ich war 12 und ich bin immer noch irgendwie im Kopf 12. Meine Knochen sagen was ganz anderes, meine Knie sagen was ganz anderes, mein ganzer Körper sagt mir was ganz anderes – Junge, du bist uralt –, aber im Kopf, da ändert sich garnix. Ich werde nicht erwachsen. Es wird immer schlimmer. Ich möchte nämlich immer mehr Kind sein und manchmal benehme ich mich auch total kindisch und ich genieße das. Aber das dürft ihr nicht weitersagen!

Alt oder jung im Kopf?

Weißt du, wie ich das meine? Du wirst nicht erwachsener. Einfach alt wirst du irgendwann. Irgendwann werde ich in den Spiegel gucken und sagen: Boah, Markus, du bist so alt geworden. Und dann möchte ich nicht sagen müssen: Ich wollte doch noch … Und das ist alles, was ich dir mitgeben möchte. Minimiere das Risiko, dass du irgendwann vor dem Spiegel stehst und sagst: Ich echt alt geworden, im Kopf hat sich nichts getan und auch ansonsten nicht.

Das ist das Ding mit dem Erwachsenwerden. Mach DEIN Ding! Bis dahin. Ciao.

 

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