Ich erinnere mich an die Zeiten, in denen ich mit Freunden tage- und nächtelang Computerspiele gezockt habe. Oh man, das war großartig!

So viel Zeit verschwendet und keine Reue

Ich war schon immer Fan von Rollenspielen. Am PC, online oder Pen & Paper.

Rückblende in die 80er:

Sicher habe ich einige Monate meines Lebens damit zugebracht gegen virtuelle Monster in virtuellen Dungeons meine Zeit zu verbringen. Was habe ich für großartige Siege errungen und mit welch niederschmetternden Niederlagen musste ich fertig werden.

Da waren die Pioniertage der PC-Spiele, die ich mit Freunden ausgiebig genossen habe. Ich erinnere mich an vor dem Commodore C64 mit Kumpels durchgezockte Nächte.

Vier Jungs sitzen vor einem PC. Während des Spielens zerpflücken sie die Geheimnisse der Welt (und zwar alle). Auf diesen 4 jungen Männern ruht die Hoffnung einer Generation auf Rente und Zuneigung. Und Sie haben nichts besseres zu tun als einem ruckelnden Ball auf einem Bildschirm zuzurufen, er solle doch auf die richtige Seite ruckeln.

Bescheuert oder? NEIN, es war großartig und ich möchte die Zeit nicht missen!

Gespräche, Einsichten und Lerneffekte

In diesen Zeiten, in denen ich „nutzlos“ vor dem Computer „rumhing“, durfte ich wichtige Dinge lernen und erleben:

  • Ich lernte mit Niederlagen umzugehen. Wenn mal wieder der Kampf um die Weltherrschaft verloren geht, dann erhöht man damit auch seine Frustrationstoleranz.
  • „Echter“ und „ehrlicher“ Austausch mit anderen. Auch wenn es im Internet oft anonym zugeht. Vielleicht ist es so, dass diese Anonymität einen Austausch an Meinungen und Argumenten vereinfacht. Ich erinnere mich an Stunden, wo man im Spiel nichts „getan“ hat, weil man sich über Gott, die Welt und auch ganz Alltägliches unterhalten hat.
  • Solidarität und Koordination. Wenn du nicht in der Lage bist, dich in eine Gruppe einzubringen und mit den Mitgliedern zu interagieren, hast du keine Chance im Spiel weiter zu kommen.
  • Computerwissen. Wenn du mit dem richtigen Setup spielen möchtest, bleibt dir nichts Anderes übrig, als dich mit der Kiste zu beschäftigen und stets wiederkehrende Probleme zu lösen.

Zurück ins Heute

Ein interessantes Video zu diesem Thema

Dieses Video ist nicht etwa aus dem „Wir saugen uns was aus den Fingern-Fantasy“-Verlag. Vielmehr handelt es sich um ein TED-Video. Führende Köpfe unseres Planeten offenbaren uns ihre Gedanken, Ideen und Visionen.

Jane McGonigal: „Gaming can make a better World“

Ich breche hier eine Lanze für das Onlinegaming. Für dich kann das aber auch jedes andere Hobby, jede andere Leidenschaft sein, die in den Augen deines Umfelds vielleicht „kindisch“ ausschaut.

Schön und gut – Aber ich habe keine Zeit und mein Umfeld würde mich auch auslachen

Menschen lachen, wenn sie sich freuen. Und sie lachen, wenn sie sich unsicher sind. Vielleicht lachen sie in diesem Fall auch weil sie neidisch sind, dass du dich traust dein Hobby in deinen „Alltag“ zu integrieren. Meiner Erfahrung nach ist dies oft der Fall.

Ich beschreibe dir, wie es bei uns funktioniert:

Ich habe Dienstagabend meinen „Zockerday“. Da besiege ich Horden von Orcs und Drachen. Oft löse ich auch unglaublich schwierige Rätsel oder sitze einfach den ganzen Abend vor Clash of Clans. Mit anderen Worten: Ich gebe mich voll und ganz diesem Blödsinn hin. Es macht mir einen Riesenspaß.

Wie mein Umfeld, wie meine Frau darauf reagiert?

Wir haben das so vereinbart. Mit ihr lebe ich zusammen und sie muss es mittragen. Dies ist die einzig relevante Information, die ich benötigt habe. Es war ein kleiner Kampf, ihr zu erklären, warum das für mich so wichtig ist. Auch und besonders, da es keinen Sinn zu ergeben scheint. Es ist nicht produktiv oder hilfreich. Am Ende allerdings hat sie es verstanden und freut sich nun tatsächlich mit mir auf den Dienstag.

Wenn es für dich eine solche Leidenschaft gibt, lebe sie!

Wenn dir beim Lesen dieses Artikels wieder einmal eingefallen ist, was du eigentlich gerne „mal wieder tun wolltest“, dann ist genau jetzt die beste Gelegenheit.

Wenn du etwas gefunden oder wiedergefunden hast, das dir riesig Spaß macht, dann schaff dir einen Raum dazu.

Ganz egal, wie lächerlich es für andere aussehen mag. Denk daran, was andere Menschen bewegt, wenn Sie Verhalten „verurteilen“ und „abwerten“. Oft ist es einfach nur Neid, weil DU deine Wünsche Realität werden lässt:

Deine be-committed action-steps:

Besprich deine Wünsche mit den Menschen, die für dich wichtig sind.
Sei offen und ehrlich.

Treffe mit diesen Menschen eine Vereinbarung.
In diesem vereinbarten Zeitraum kannst du tun und lassen was du möchtest.
(Nutze als Argument auch die Tatsache,
dass du schon bald ausgeglichener und fröhlicher sein wirst.)

Trage dir die Zeit in deinen Kalender ein. Verteidige deinen Freiraum.
(Kein „kannst du mal eben“, kein „sollen wir nicht lieber“
und auch kein „ich muss noch eine Aufgabe….“
Es sollte für alle klar sein, dass du in dieser Zeit nicht verfügbar bist.)

Und dann habe eine TOLLE ZEIT!
(Ganz egal, ob Onlinegames, Ikebana oder Geocashen.)

Schreib mir in den Kommentaren wann du was ab der nächsten Woche tun wirst. Nur für dich und im Einklang mit deinem Umfeld.

Wenn du den Beitrag teilst hilfst du mir mein Ding zu machen - Danke!